Zertifizierte Kategorie bei Drohnen: Das müssen Sie wissen

Zertifizierte Kategorie bei Drohnen: Das müssen Sie wissen

Du planst den Kauf oder Einsatz einer Drohne und fragst dich, welche Zertifizierung für deine Zwecke die richtige ist? Die Wahl der richtigen Drohnenkategorie ist entscheidend, um rechtliche Hürden zu vermeiden und deine Drohnenaktivitäten sicher und gesetzeskonform durchzuführen. Je nach Einsatzbereich und Gewichtsklasse deiner Drohne gelten unterschiedliche Regelungen und Anforderungen.

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Drohnen-Klassifizierungssysteme im Überblick

Die europäische Drohnenregulierung hat ein klares Klassifizierungssystem etabliert, das auf Risikobewertungen basiert. Dieses System, repräsentiert durch die CE-Kennzeichnung mit einer zusätzlichen Ziffer (z.B. C0, C1, C2, C3, C4), gibt Aufschluss darüber, welche Betriebskategorien für eine Drohne zugelassen sind und welche Auflagen für den Betrieb gelten. Die wichtigsten Kategorien der EU-Drohnenverordnung sind „Open“, „Specific“ und „Certified“. Für dich als Nutzer ist primär die „Open“-Kategorie mit ihren Unterkategorien und die „Specific“-Kategorie relevant, während die „Certified“-Kategorie eher für den gewerblichen und hoheitlichen Einsatz mit hohem Risiko gedacht ist.

Die Open-Kategorie: Fliegen mit geringem Risiko

Die „Open“-Kategorie deckt die meisten Freizeit- und Hobbyflüge sowie viele professionelle Anwendungen ab, bei denen das Risiko als gering eingestuft wird. Sie ist in drei Unterkategorien unterteilt, die sich nach dem Gewicht der Drohne und der Art des Flugbetriebs richten:

  • Unterkategorie A1: Fliegen über Menschen ist erlaubt (mit Einschränkungen). Drohnen bis 250 Gramm oder solche mit einer CE-Klasse C0 oder C1 sind hier relevant. Für dich bedeutet das, dass du mit einer leichten Drohne auch in der Nähe von unbeteiligten Personen fliegen darfst, solange du die Sicherheit gewährleistest.
  • Unterkategorie A2: Geringere Abstände zu Menschen, aber nicht direkt über sie. Drohnen der Klasse C2 sind hier typisch. Dies erfordert vom Piloten mehr Verantwortung und eine erhöhte Distanz zu Unbeteiligten.
  • Unterkategorie A3: Fliegen in weiten Abständen zu Menschen. Hier fallen Drohnen ohne CE-Klassen-Kennzeichnung, aber auch schwerere Modelle der Klasse C3 und C4 darunter. Der Abstand zu Wohn-, Geschäfts-, Industrie- oder Erholungsgebieten muss deutlich größer sein.

Die Specific-Kategorie: Flüge mit erhöhtem Risiko

Wenn deine geplanten Drohnenflüge über die Möglichkeiten der „Open“-Kategorie hinausgehen, beispielsweise weil du über Menschenansammlungen fliegen möchtest, in kontrollierten Lufträumen operieren willst oder deine Drohne schwerer als 25 Kilogramm ist, fällst du in die „Specific“-Kategorie. Hierfür benötigst du eine Genehmigung von der zuständigen Luftfahrtbehörde (in Deutschland das Luftfahrt-Bundesamt – LBA). Diese Genehmigung basiert auf einer Risikobewertung deines geplanten Einsatzes und kann Auflagen wie spezielle Trainings für den Piloten, technische Anforderungen an die Drohne oder detaillierte Flugpläne beinhalten.

Die Certified-Kategorie: Hohe Sicherheit und Verantwortung

Die „Certified“-Kategorie ist für Drohnenoperationen mit dem höchsten Risikopotenzial vorgesehen. Dazu gehören beispielsweise Flüge mit sehr großen und schweren Drohnen (über 25 kg) oder Flüge, die als besonders gefährlich eingestuft werden, wie z.B. Flüge mit Drohnen, die für den Transport von Personen oder gefährlichen Gütern ausgelegt sind. Hier gelten die strengsten Vorschriften, vergleichbar mit denen für bemannte Luftfahrzeuge. Die Zertifizierung einer Drohne in dieser Kategorie ist ein komplexer und kostspieliger Prozess, der eine umfassende Prüfung der Drohne und des Betreibers durch die Luftfahrtbehörde erfordert.

CE-Klassen bei Drohnen: Was bedeuten sie?

Seit dem 1. Januar 2024 ist die neue EU-Drohnenverordnung (Teil 1 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 und die delegierte Verordnung (EU) 2019/945) in Kraft, die eine standardisierte Klassifizierung von Drohnen anhand von CE-Klassen vorsieht. Diese Klassen erleichtern die Zuordnung zu den Betriebskategorien und legen klare technische Anforderungen fest.

Die Klassen im Detail:

  • C0: Leichte Spielzeugdrohnen bis 250g Abfluggewicht, die keine Kamera oder Sensoren haben, die persönliche Daten erfassen könnten. Sie fallen unter die Unterkategorie A1.
  • C1: Drohnen bis 900g Abfluggewicht, ausgestattet mit Kameras, die das Fliegen in der Unterkategorie A1 (mit Einschränkungen) ermöglichen. Der Drohnenpilot benötigt hierfür einen Online-Kompetenznachweis (Drohnenführerschein A1/A3).
  • C2: Drohnen bis 4kg Abfluggewicht, die für Flüge in der Unterkategorie A2 zertifiziert sind. Der Betrieb in dieser Kategorie erfordert den Erwerb des Fernpiloten-Zeugnisses A2. Sie erlauben geringere Abstände zu Menschen als C1-Drohnen, aber kein Überfliegen.
  • C3: Drohnen bis 25kg Abfluggewicht, die hauptsächlich in der Unterkategorie A3 betrieben werden. Sie sind für gewerbliche Einsätze gedacht und erfordern in der Regel den Kompetenznachweis A1/A3.
  • C4: Ebenfalls Drohnen bis 25kg, die primär in der Unterkategorie A3 betrieben werden und keinen automatisierten Flugmodus haben. Sie sind für erfahrene Piloten konzipiert und erfordern den Kompetenznachweis A1/A3.

Es ist wichtig zu wissen, dass Drohnen, die vor dem 1. Januar 2024 in Verkehr gebracht wurden und keine entsprechende CE-Klassen-Kennzeichnung besitzen, unter bestimmten Übergangsbestimmungen weiter betrieben werden dürfen. Dies betrifft vor allem ältere Modelle, die nun oft in die Unterkategorie A3 fallen und deren Betrieb auf bestimmte Bereiche beschränkt ist.

Ihr Weg zur richtigen Drohnen-Zertifizierung

Die Auswahl der richtigen Kategorie und der damit verbundenen Zertifizierung hängt maßgeblich von deinem Einsatzzweck und der Art deiner Drohne ab. Betrachte zunächst folgende Fragen:

  1. Welche Art von Drohne nutzt du? (Gewicht, mögliche Sensoren, Alter des Geräts)
  2. Wo möchtest du fliegen? (Über bebauten Gebieten, über unbewohnten Landschaften, in der Nähe von Flughäfen?)
  3. Was möchtest du mit der Drohne tun? (Fotografie, Filmaufnahmen, Inspektionen, landwirtschaftliche Anwendungen, reine Hobbyflüge?)

Für die meisten Hobbyflieger und Fotografen mit leichten Drohnen (unter 250g oder mit CE-Klasse C0/C1) wird die Open-Kategorie mit der Unterkategorie A1 oder A3 ausreichend sein. Hierbei ist der Erwerb des Online-Kompetenznachweises A1/A3 entscheidend.

Wenn du professionelle Aufnahmen machen möchtest, die dich näher an Menschen heranbringen, oder eine etwas schwerere Drohne (bis 4kg mit CE-Klasse C2) nutzt, ist die Unterkategorie A2 mit dem Fernpiloten-Zeugnis A2 die richtige Wahl.

Für komplexere gewerbliche Einsätze, die über die Möglichkeiten der Open-Kategorie hinausgehen, ist die Specific-Kategorie der Weg. Hier ist eine individuelle Genehmigung durch das LBA erforderlich, die auf einer detaillierten Risikobewertung deines Vorhabens basiert.

Die Certified-Kategorie ist für dich als Privatperson oder die meisten kleinen bis mittleren Unternehmen in der Regel nicht relevant. Sie richtet sich an Betreiber von Luftfahrzeugen mit höchster Risikoeinstufung.

Wichtige Kompetenznachweise für Drohnenpiloten

Die EU-Drohnenverordnung schreibt für die meisten Betriebskategorien einen Kompetenznachweis für den Piloten vor. Dies stellt sicher, dass du die notwendigen Kenntnisse über die Regeln, die Sicherheit und die Technik des Drohnenflugs besitzt.

  • Online-Kompetenznachweis (A1/A3): Diesen erwirbst du durch einen Online-Test, der deine Kenntnisse über die Grundlagen der Drohnenregulierung, Sicherheit und Wetterkunde abprüft. Er ist für die meisten Flüge in der Open-Kategorie erforderlich.
  • Fernpiloten-Zeugnis (A2): Dieses Zeugnis erfordert neben dem Online-Kompetenznachweis zusätzlich eine praktische Flugübung und einen theoretischen Test zu Themen wie Aerodynamik, Meteorologie und technische Flugzeugkenntnisse. Es ist für den Betrieb in der Unterkategorie A2 notwendig.

Informiere dich bei deiner zuständigen Luftfahrtbehörde über die genauen Anforderungen und die Anbieter, die diese Prüfungen abnehmen.

Drohnen-Kategorie Beschreibung Relevante Drohnen-Klassen Anforderungen an den Piloten Typische Einsatzbereiche
Open (A1) Geringes Risiko, Fliegen über Menschen mit Einschränkungen C0, C1 Online-Kompetenznachweis A1/A3 Hobbyflüge, einfache Foto-/Videoaufnahmen
Open (A2) Geringes Risiko, geringere Abstände zu Menschen C2 Fernpiloten-Zeugnis A2 Professionelle Foto-/Videoaufnahmen, Inspektionen in bewohntem Umfeld
Open (A3) Geringes Risiko, weite Abstände zu Menschen C3, C4, ältere Drohnen ohne CE-Klasse Online-Kompetenznachweis A1/A3 Aufnahmen in abgelegenen Gebieten, Überflüge von leeren Feldern
Specific Erhöhtes Risiko, erfordert Genehmigung der Behörde Variabel, je nach Risikobewertung Je nach Genehmigung (z.B. erweiterte Schulungen) Überflüge von Menschenansammlungen, Flüge in kontrollierten Lufträumen, Drohnen über 25kg
Certified Höchstes Risiko, vergleichbar mit bemannten Luftfahrzeugen Erfordert spezifische Zulassung Umfassende Pilotenlizenzierung Transport von Personen/Gefahrgut, militärische Einsätze

Die Rolle der Gewichtsklasse

Die Gewichtsklasse deiner Drohne spielt eine zentrale Rolle bei der Einordnung in die verschiedenen Kategorien. Die neue EU-Drohnenverordnung unterscheidet hier klar:

  • Unter 250 Gramm: Diese Drohnen sind am flexibelsten einsetzbar und fallen oft in die Unterkategorie A1 der Open-Kategorie, solange sie keine gefährliche Nutzlast tragen. Sie erfordern in der Regel nur den Online-Kompetenznachweis.
  • 250 Gramm bis 25 Kilogramm: Diese Klasse umfasst die meisten gängigen semiprofessionellen und professionellen Drohnen. Je nach CE-Klasse (C1, C2, C3, C4) und dem geplanten Einsatz fallen sie in die Unterkategorien A1, A2 oder A3 der Open-Kategorie.
  • Über 25 Kilogramm: Drohnen in dieser Gewichtsklasse sind generell der Specific- oder Certified-Kategorie zugeordnet und erfordern entsprechende Genehmigungen und Zulassungen.

Registrierungspflicht für Drohnenbetreiber

Unabhängig von der Gewichtsklasse und der CE-Klasse deiner Drohne bist du als Drohnenbetreiber in den meisten Fällen verpflichtet, dich bei der zuständigen nationalen Luftfahrtbehörde zu registrieren. Diese Registrierung ist wichtig, um deine Drohne eindeutig identifizieren zu können und die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten. Nach erfolgreicher Registrierung erhältst du eine eindeutige Betreiberidentifikationsnummer (UIN – UAS Operator Identification Number), die du gut sichtbar an allen deinen Drohnen anbringen musst.

Datenschutz und Privatsphäre beim Drohnenflug

Beim Einsatz von Drohnen, insbesondere wenn diese mit Kameras ausgestattet sind, ist der Datenschutz ein entscheidender Aspekt. Du bist dafür verantwortlich, die Privatsphäre von Personen zu wahren und keine unerlaubten Aufnahmen von privaten Grundstücken oder identifizierbaren Personen zu machen. Informiere dich über die geltenden Datenschutzgesetze und handle stets verantwortungsbewusst.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Zertifizierte Kategorie bei Drohnen: Das müssen Sie wissen

Muss ich meine Drohne zertifizieren lassen, wenn ich sie nur privat nutze?

Für den privaten Gebrauch in der „Open“-Kategorie ist in der Regel keine individuelle Zertifizierung der Drohne erforderlich, solange sie den Anforderungen der jeweiligen Unterkategorie und einer gültigen CE-Klasse entspricht. Wichtig ist jedoch dein persönlicher Kompetenznachweis als Drohnenpilot.

Was ist der Unterschied zwischen einem Kompetenznachweis und einem Fernpiloten-Zeugnis?

Der Online-Kompetenznachweis A1/A3 bestätigt grundlegende Kenntnisse über die Drohnenregulierung. Das Fernpiloten-Zeugnis A2 ist umfangreicher und beinhaltet zusätzliche theoretische und praktische Prüfungen, die für den Betrieb in der Unterkategorie A2 notwendig sind.

Was passiert, wenn meine Drohne keine CE-Klassen-Kennzeichnung hat?

Wenn deine Drohne vor dem 1. Januar 2024 in Verkehr gebracht wurde und keine CE-Klassen-Kennzeichnung besitzt, gelten in vielen Fällen Übergangsbestimmungen. Typischerweise darf sie dann nur in der Unterkategorie A3 der Open-Kategorie betrieben werden, was bedeutet, dass du einen großen Abstand zu Menschen und Gebäuden einhalten musst. Die genauen Regelungen können je nach Gewicht der Drohne variieren.

Benötige ich eine Versicherung für meine Drohne?

Auch wenn die EU-Drohnenverordnung für bestimmte Betriebskategorien eine Haftpflichtversicherung vorschreibt, ist es dringend ratsam, eine solche Versicherung für jede Art von Drohnenbetrieb abzuschließen. Ein unglücklicher Zwischenfall kann schnell hohe Kosten verursachen, die eine Versicherung abdeckt.

Kann ich mit einer Drohne der Klasse C1 über Menschen fliegen?

Ja, mit einer Drohne der Klasse C1 kannst du in der Unterkategorie A1 über Menschen fliegen, solange du die in der Verordnung festgelegten Abstände einhältst und keine Menschenansammlungen überfliegst. Du benötigst dafür den Online-Kompetenznachweis A1/A3.

Wie lange ist mein Kompetenznachweis gültig?

Die Gültigkeitsdauer von Kompetenznachweisen und Fernpiloten-Zeugnissen kann variieren. Informiere dich bei der ausstellenden Behörde oder dem Prüfungsanbieter über die genauen Fristen und ob eine Verlängerung möglich ist.

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